JSPS Rundschreiben aus Wissenschaft und Forschung | Nr. 01/2010 | Ausgabe 72
JSPS-Rundschreiben, 01/2010, Nr. 72 (135 KB)
Mögliche Ursache für Menière-Krankheit entdeckt
Eine Forschergruppe der Osaka City University unter Leitung von Prof. Hideo Yamane hat Anomalien im Innenohr entdeckt, die die mit Hörverlust und Schwindel einhergehende Menière-Krankheit (Morbus-Menière) hervorrufen können.
Bislang war bekannt, dass eine Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Innenohr zu der Schwindel verursachenden Blasenbildung führt, die Ursache für die Ansammlung war jedoch unklar. Mit Hilfe der Computertomographie untersuchte man bei 12 an der Menière-Krankheit erkrankten und 12 gesunden Personen den Innenohrbereich, in dem sich als Säckchen (Sacculus) bezeichnete, kleine Kammern befinden, die für den Gleichgewichtssinn zuständig sind und Gehörsteinchen mit einem Durchmesser von nur wenigen tausendstel Millimetern enthalten. Bei acht der 12 erkrankten Patienten stellte man fest, dass sich Gehörsteinchen-Fragmente direkt unter den Säckchen in einem Innenohr-Kanal mit einem Durchmesser von 0,1 mm gesammelt hatten und den Fluss der Lymphflüssigkeit blockierten, was zu der Ansammlung führt.
Bei den anderen vier ebenfalls erkrankten Patienten sowie den 12 gesunden Teilnehmern wurden keine derartigen Ansammlungen gefunden. Yamane vermutet, dass eine Verstopfung des Kanals im Innenohr die Lymphflüssigkeit am Abfließen aus dem Innenohr hindert und die Blasenbildung verursacht. Ferner geht er davon aus, dass die Gehörsteinchen-Fragmente den Lymphfluss behindern, die Nervenzellen in ungewöhnlicher Weise stimulieren und Schwindel verursachen. Nun beschäftigt man sich mit der Suche nach Möglichkeiten zur Entfernung der Gehörsteinchen.
Verschiedene Theorien zur Entstehung der Erkrankung vermuten Anomalitäten im vegetativen Nervensystem und im Hormonsystem als Ursache. Physischen Faktoren wie einer Verstopfung des Kanals ist bislang keine große Bedeutung beigemessen worden, folglich waren diese nicht eingehend untersucht worden.
Man geht davon aus, dass aufgrund der Entdeckung neue Behandlungsmethoden zur Verhinderung einer Blockade der Lymphflüssigkeit im Innenohr-Kanal entwickelt werden können.
(Quelle: Yomiuri 27.10.2009)
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