JSPS Rundschreiben aus Wissenschaft und Forschung | Nr. 03/2010 | Ausgabe 74
JSPS-Rundschreiben, 03/2010, Nr. 74 (104 KB)
Zahl wissenschaftlicher Publikationen schrumpft in drei Jahren um 10 %
Nach einem Bericht des Kabinettsbüros ist die Zahl der in internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichten Publikationen von Wissenschaftlern staatlicher japanischer Universitäten und anderer Selbstverwaltungskörperschaften in den drei Jahren bis zum Fiskaljahr 2008 um ca. 10 % gesunken.
Auf Basis von Umfrageergebnissen des US-amerikanischen Unternehmens Thompson Reuters Corporation hat das Kabinettsbüro Zahlen zu Publikationen von Wissenschaftlern, die an einer von insgesamt 91 Selbstverwaltungskörperschaften wie staatlichen Universitäten, inter-universitären Forschungseinrichtungen oder dem Institute of National Colleges of Technology beschäftigt sind, zusammengestellt. Im Jahr 2008 lag die Zahl mit 56.735 Publikationen um 5,9 % niedriger als im Vorjahr und war damit die niedrigste seit Umwandlung des Status staatlicher Universitäten in Selbstverwaltungskörperschaften im Fiskaljahr 2004. 2005 war die Anzahl der Publikationen sprunghaft auf 63.066 angestiegen, aber seit 2006 setzte sich ein Rückgang fort.
Das MEXT hat im März 2010 eine Analyse zur Situation der Forschung an staatlichen Universitäten nach der Umwandlung ihres Status durchgeführt. Ein Großteil der Befragten gab an, dass aufgrund der Kürzung staatlicher Fördermittel vermehrt Drittmittel aus der Industrie eingeworben würden, und die Dozenten viel Zeit mit der Antragstellung verbrächten, die ihnen dann bei der Forschung fehle. Ferner sei die Zahl der über einen kurzen Zeitraum laufenden Forschungsprojekte, die schnell zum Ergebnis führen, angestiegen, aber es gäbe weniger der sich über einen langen Zeitraum erstreckenden Projekte der Grundlagenforschung.
Laut einer im Fiskaljahr 2008 durchgeführten Umfrage des Center for National University Finance and Management, die an die Dekane aller Fakultäten der 86 staatlichen Universitäten verschickt wurde (Rücklaufquote: 71,6 %), waren 79,3 % der Dekane der Meinung, dass seit dem Statuswandel weniger Zeit für die Forschung zur Verfügung steht.
Basierend auf diesen Umfragen veröffentlichte das MEXT Ende Mai einen Berichtsentwurf, in dem die Notwendigkeit einer Erhöhung der fortwährend Kürzungen unterliegenden staatlichen Zuschüsse für die Betriebskosten für staatliche Universitäten dargelegt wird. Dadurch sollen sich die Wissenschaftler besser auf ihre Forschung konzentrieren können. Nach Einholung der öffentlichen Meinung wird der Bericht im Sommer fertig gestellt. Die Inhalte sollen ab dem nächsten Fiskaljahr realisiert werden.
(Quelle: Nikkei 24.06.2010)
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