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JSPS Rundschreiben aus Wissenschaft und Forschung | Nr. 03/2011 | Ausgabe 78

Hoher Blutzuckerwert kann Krebs verursachen

Bekanntlich erhöht Diabetes das Krebsrisiko. Eine aktuelle Studie der Kyushu University unter Leitung des Mediziners Yoichiro Hirakawa von der Graduate School of Medicine zeigt aber, dass schon ein hoher Blutzuckerspiegel das Risiko eines Krebstodes erhöhen kann.

1988 wurden rund 2.400 nicht an Krebs erkrankte Frauen und Männer im Alter von 40 bis 79 Jahren aus Hisayamamachi in der Präfektur Fukuoka in die Studie aufgenommen. Basierend auf den Ergebnissen von auf nüchternen Magen sowie zwei Stunden nach dem Essen durchgeführten Blutzuckerspiegel-Messungen, wurden sie in vier Gruppen eingeteilt. In den 19 Jahren von 1988 bis 2007 starben 229 Studienteilnehmer an Krebs. Das Risiko eines Krebstods war für Teilnehmer mit einem Nüchtern-blutzuckerwert von über 126 mg/dl 2,1 Mal so hoch wie für Teilnehmer mit einem Wert von weniger als 100 mg/dl. Bei einem Blutzuckerspiegel von über 126 mg/dl wurde eine Diabetes-Erkrankung vermutet. Das Risiko lag bei einem Nüchternblutzuckerwert von 110-125 mg/dl um das 1,9-fache höher als bei einem Wert von unter 100 mg/dl. Werte zwischen 110 und 125 mg/dl waren höher als normal, die Betroffenen galten aber nicht als Diabetiker.

Beim Blutzuckerspiegel zwei Stunden nach dem Essen war das Krebs-Risiko bei einem Wert von mehr 200 mg/dl doppelt so hoch wie bei einem Wert unter 120 mg/dl. Personen mit über 200 mg/dl standen stark im Verdacht, Diabetes zu haben. Probanden mit einem Blutzuckerspiegel von 140 bis 199 mg/dl, ein Wert, der ein wenig höher als normal ist, hatten ein 1,4-fach höheres Risiko, an Krebs zu sterben, als diejenigen mit weniger als 120 mg/dl.

Bei der Unterscheidung nach Krebsarten zeigte sich, dass das Risiko, an Magenkrebs zu sterben bei einem Nüchternblutzuckerwert von über 100 mg/dl um 2,1-fach höher lag als bei einem Wert von unter 100 mg/dl. Bei Lungenkrebs war das Risiko einem Wert von mehr als 140 mg/dl nach dem Essen doppelt so hoch wie bei unter 140 mg/dl, bei Leberkrebs war es 2,7-mal so hoch. Bei anderen Krebsarten gab es keine deutlich erkennbaren Risikounterschiede.

Den Zusammenhang von höheren Blutzuckerwerten und erhöhtem Krebsrisiko erklärt Prof. Hirotaka Watada, Spezialist für Diabetes und endokrine Erkrankungen vom Juntendo University Hospital, mit einem verstärkten arbeiten der Zellen zum Abbau überschüssiger Glukose im Blut. Aus verschiedenen Gründen, wie der Zunahme von schädlichem "Aktivsauerstoff", würden bei dem Prozess Gene der Zellen beschädigt und später kazinös. Insulin, ein Hormon zur Senkung des Blutzuckerspiegels, unterstütze auch die Zellvermehrung und erhöhe dadurch das Risiko einer Krebs-Ausbreitung.
(Quelle: Yomiuri 28.08.2011)