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JSPS Rundschreiben aus Wissenschaft und Forschung | Nr. 05/2005 | Ausgabe 56

Universitäten vermarkten eigene Produkte

Aufgrund des immer stärkeren Wettbewerbs nutzen Universitäten in Japan eine neue Strategie, um sich selbst zu vermarkten und ihre Popularität zu steigern: den Verkauf von Produkten unter eigenem Logo, mit denen sie außerdem Gewinne erwirtschaften.

Die University of Tokyo begann im November vergangenen Jahres mit dem Verkauf von Awamori, einem aus Reis hergestellten Weinbrand. Nach Angaben der Universität wurde vor sieben Jahren im Lager eines eigenen Forschungszentrums der schwarze Aspergillus Fungus entdeckt, der vor dem zweiten Weltkrieg zur Herstellung von Awamori genutzt worden ist. Nachdem dieser heute nur selten zu findende Pilz von einem auf Destillationsverfahren spezialisierten Forscher probeweise verwendet worden war, beauftragte die Universität eine für die Produktion von Awamori bekannte Brennerei in Okinawa mit der Herstellung. Awamori wird heute in Flaschen mit Universitätslogo am Hongo Campus in Tokyo verkauft und ist wegen seines fruchtigen Geschmacks beliebt.

Die Kobe University, die zu Forschungszwecken Tajima Rinder züchtet, verkauft seit Mai diesen Jahres Rindfleisch an das Kaufhaus Mitsukoshi in Tokyo. Das von der Universität produzierte, qualitativ hochwertige Rindfleisch wird zum selben Marktpreis wie anderes erstklassiges Fleisch verkauft. Mitsukoshi erklärte, das Kaufhaus bestelle jeden Monat eine große Menge dieses Rindfleischs, das bei den Konsumenten nicht nur wegen des guten Geschmacks auf positive Reaktionen stößt. Vielmehr fühlten sich die auf Sicherheit bedachten Kunden dadurch beruhigt, dass der Hersteller eine Universität sei.

Die Kinki University verkauft seit September letzten Jahres Tunfisch von höchster Qualität an Kaufhäuser und Restaurants in der Kansai Region. Dieser gezüchtete Tunfisch wird in weiträumigen Anlagen im Labor gehalten und mit Sardinen, Makrelen etc. gefüttert, die strengen Kontrollen unterliegen.

Während die Doshisha University in Kyoto seit November 2004 über die Weinhandlung eines Absolventen ihren eigenen Wein verkauft, vermarktet die Waseda University ihr Maskottchen, den Waseda-Bären, auf T-Shirts und Schreibwaren.

Sinkende Bewerberzahlen scheinen die Universitäten zu solchen Maßnahmen anzuspornen. Vor allem ehemals staatliche Universitäten, die im April vergangenen Jahres zu unabhängigen Körperschaften wurden, sind um Profit bemüht. Das Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) begrüßte diese Entwicklung und erklärte, auf diese Weise würden die Steuerzahler sehen, wie die Universitäten ihre Forschungsgelder einsetzen.
(Quelle: Yomiuri 22.09.2005)