JSPS Rundschreiben aus Wissenschaft und Forschung | Nr. 04/2005 | Ausgabe 55
JSPS-Rundschreiben, 04/2005, Nr. 55 (396 KB)
Frühe Stresserkennung durch Bluttests
Atsuo Sekiyama vom Health Bioscience Institute der University of Tokushima hat entdeckt, dass sowohl bei physischem als auch bei psychischem Stress die Menge der im Blut enthaltenen, regulierenden Substanz Interleukin-18 (IL-18) zunimmt. Durch eine Untersuchung des IL-18-Gehalts im Blut werden somit Erschöpfung und Angstgefühle messbar. Im Experiment versetzte Sekiyama Mäuse in Stresssituationen, indem er sie an jeglicher Bewegung hinderte. Bei der Untersuchung der Veränderung ihrer Blutsubstanzen fand er heraus, dass der Gehalt des IL-18 sehr viel höher war, als bei anderen Mäusen. IL-18 wird in der Nebenniere produziert, dort vermutlich auch aktiviert und ins Blut abgesondert. Eine frühe Stresserkennung wäre für die Schaffung eines gesunden Arbeitsumfeldes von Vorteil. Eine genauere Klärung der Beziehung zwischen IL-18 und der Psyche könnte außerdem als Behandlungsindikator für psychische Erkrankungen dienen. Bisher ist lediglich bekannt, dass IL-18 Entzündungen im Körper verstärkt und das Immunsystem unterdrückt. Bei Patienten mit Herzinfarkt oder Geschwüren im Verdauungstrakt führt ein erhöhter IL-18-Anteil vermutlich zu Verschlechterungen im Krankheitsbild.
(Quelle: Nikkei 25.07.2005)
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