JSPS Rundschreiben aus Wissenschaft und Forschung | Nr. 02/2004 | Ausgabe 48
JSPS-Rundschreiben, 02/2004, Nr. 48 (440 KB)
Japan und Malaysia: gemeinsame Universität
Japan und Malaysia möchten im Juni diesen Jahres gemeinsam eine technische Hochschule in Malaysia eröffnen. Die Studierenden sollen aus den ASEAN-Staaten und Indien kommen und für eine spätere Tätigkeit in der produzierenden Industrie, z.B. der Automobil- oder Elektroindustrie, ausgebildet werden. An der Universität soll überwiegend in japanischer Sprache über japanische Produktions- und Managementmethoden gelehrt werden.
Die Hälfte der Beschäftigten (bis zu 20 Personen) soll aus Japan kommen und Aufgaben als Dozenten sowie den Posten des Vizepräsidenten und den der Dekane wahrnehmen. Die japanischen Dozenten sollen aus einem noch zu gründenden Verbund von 20 japanischen Universitäten, darunter die Waseda University und die Kyushu University, ausgewählt werden. Des weiteren sollen pensionierte Produktionstechniker aus der Industrie über die Anwendung von Technologien in Fertigungsanlagen lehren.
Der Unterricht wird ab September diesen Jahres zunächst in den Räumlichkeiten einer technischen Hochschule in Kuala Lumpur abgehalten, doch innerhalb von zwei bis drei Jahren sollen ein eigener Campus und bis 2005 ein Graduiertenprogramm eingerichtet werden. Man erwartet anfangs 210 Studenten und hofft, dass deren Zahl bis Ende 2012 auf 5000 steigen wird. Zunächst können sich je 80 Studierende für Elektrotechnik oder Maschinenbau, weitere 50 Studenten sich an der Fakultät für internationales Management einschreiben.
Die japanische Regierung erwägt, das Projekt im Rahmen der Official Development Assistance (ODA) zu fördern und durch Yen-Kredite die Anschaffung von hochmodernen technischen Gerätschaften zu ermöglichen sowie Kosten für die Entsendung des Lehrpersonals zu übernehmen. Zudem ist geplant, Partnerschaften zwischen der neuen Universität und den beteiligten japanischen Hochschulen einzurichten. Möglicherweise könnten dann die an den jeweiligen Hochschulen erbrachten Leistungen gegenseitig anerkannt werden, so dass die Studierenden nach einem vierjährigen Studium wahlweise an der Universität in Malaysia oder einer der japanischen Universitäten ihren Abschluss machen können.
Japan erhofft sich mit diesem Projekt die Wirtschaftsbeziehungen zu Südostasien zu vertiefen und den Weg zu einem Freihandelsabkommen mit Malaysia zu ebnen. Malaysia, das sich an Japan als Vorbild für seine ökonomische Entwicklung orientiert, strebt hingegen nach einer Verbesserung seiner wirtschaftlichen Situation. Ein weiterer Effekt wäre die Stärkung der technologischen Kompetenz und der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit der ASEAN-Staaten, welche in einem heftigen Konkurrenzkampf mit China stehen.
Da außerdem die Immatrikulationszahlen an Japans Universitäten stetig sinken, soll diese neue Universität auch dazu beitragen, begabte Studenten aus dem asiatischen Raum nach Japan zu holen.
(Quelle: Asahi 22.01.2004)
- Kritik an JAXA und Raumfahrtpolitik
- Immer mehr TLOs in Japan
- Zwischenbericht Bioethik
- Evaluierung von Forschungsvorhaben
- Fördergelder bevorzugt an ältere Wissenschaftler
- Neuer Status für staatliche Universitäten
- Unterschreitung der Zulassungszahlen an privaten Universitäten
- Gemeinsames Master Programm mit chinesischer Universität
- Finanzwesen an der University of Tokyo
- Japan und Malaysia: gemeinsame Universität
- Weniger Stellenangebote für Absolventen
- Termin: 5. Juni Japan-Tag Düsseldorf
- Neues vom JSPS Club
