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JSPS Rundschreiben aus Wissenschaft und Forschung | Nr. 06/2002 | Ausgabe 41

Forschung zur Nanoröhrentechnologie

Eine japanisch-amerikanische Arbeitsgruppe, bestehend aus dreizehn Wissenschaftlern von zwölf verschiedenen Forschungseinrichtungen, unter Leitung von Morinobu Endo (Shinshu University, Präfektur Nagano), Hisanori Shinonera (Nagoya University) und Yoshiyuki Miyamoto (NEC Laboratories) hat mit Untersuchungen zu den Eigenschaften von Kohlenstoffnanoröhren begonnen. Mit Hilfe des in Japan entwickelten weltweit leistungsfähigsten Supercomputer "Earth Simulator" (vgl. JSPS Rundschreiben 02/2002) sollen dabei entscheidende Daten gesammelt werden.

Kohlenstoffnanoröhren sind der große Hoffnungsträger in der Nanotechnologie und sollen in Zukunft im industriellen Bereich, etwa für Halbleiterprodukte mit hoher Geschwindigkeit und niedrigem Energieverbrauch Anwendung finden.

Das Forschungsteam untersucht zunächst die Wärmeleitfähigkeit, um zukünftig die Leistungsfähigkeit von Halbleitern, bei denen die Wärmeentwicklung oft ein Problem darstellt, zu erhöhen. Des weiteren werden auch die Eigenschaften des auf Nanoröhrenstruktur basierenden neuentwickelten Materials "Super Diamond" untersucht, das aufgrund seiner hohen Wärmebeständigkeit und extremen Härte eine Reihe von Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Mikromaschinentechnik besitzt. Mit dem Earth Simulator können hierzu Experimentsimulationen und Berechnungen, für die ein herkömmlicher Supercomputer mehrere Monate benötigt, fast innerhalb eines Tages vorgenommen werden.

Es ist zu erwarten, dass Japan mit Hilfe der gesammelten Daten einen führenden Platz auf dem international heiß umkämpften Forschungsfeld der Einsatzmöglichkeiten für Nanoröhren einnehmen wird. Schätzungen zufolge soll der Markt für Nanotechnologie bis 2020 auf ein Volumen von Yen 450 Mrd. (Euro 8,7 Mio.) ansteigen.
(Quelle: Nikkei 16.09.2002)