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JSPS Rundschreiben aus Wissenschaft und Forschung | Nr. 04/2002 | Ausgabe 39

Gen steuert Erinnerungsprozess
Das Forschungsteam um Professor Tonegawa hat bei Experimenten mit Mäusen das Gen entdeckt, das für das Aufrufen von im Gedächtnis gespeicherten Informationen nötig ist, und auch den Hirnbereich, in dem dieses Gen aktiv ist, lokalisieren können. Nobelpreisträger Tonegawa, derzeit Leiter des Picower Center for Learning and Memory des Massachusetts Institute of Technology und seine Teamkollegen veröffentlichten ihre Studien im Mai in der Online-Ausgabe des Magazins ?Science'. Das Gen übernimmt in Verbindung mit dem Neurotransmitter Glutaminsäure die Generierung von NMDA-Rezeptoren, die nur im CA3-Großhirnbereich vorkommen. Bei den Versuchen haben Mäuse einen mit Orientierungshilfen ausgezeichneten Weg ?gelernt'. Anschließend wurden die Orientierungshilfen größtenteils entfernt und bei einem Teil der Versuchstiere dieses spezifische Gen ausgeschaltet, so dass keine NMDA-Rezeptoren gebildet werden konnten. Diese Tiere zeigten daraufhin ein deutlich schlechteres Erinnerungsvermögen als die Kontrollgruppe. Laut Tonegawa und seinem Forschungsteam bestätigte dies die Notwendigkeit der im Hippocampus gebildeten NMDA-Rezeptorzellen, um gespeicherte Informationen auch abrufen zu können. Tonegawa zieht Verbindungen zur Alzheimerkrankheit. In der frühen Phase der Krankheit würden die Patienten nicht das Gedächtnis verlieren, sondern hätten Probleme mit ihrem Erinnerungsvermögen. Bereits 1996 hatte das Team den Bereich des Hirnes lokalisiert, in dem im Gedächtnis gespeichertes Wissen abgerufen und verfügbar gemacht wird. Seitdem widmet es sich der derzeit hochaktuellen molekularen Erforschung der komplizierten Gehirnfunktionen und versucht mit Hilfe modernster Technik den Hintergründen dieses Phänomens auf die Spur zu kommen.
(Quellen: Nikkei 31.05.2002, MIT News 30.05.2002)