JSPS Rundschreiben aus Wissenschaft und Forschung | Nr. 02/2005 | Ausgabe 52


Vorzeitiger Studienbeginn nur Teilerfolg

Nach Angaben von Sprechern der jeweiligen Hochschulen ist es der Showa Women's University, der Seijo University und der Elisabeth University of Music nicht gelungen, mit einem früheren Universitätszugang mehr Studenten anzulocken. Ein neues Verfahren ermöglicht Oberschülern einen Universitätseintritt bereits nach einem zweijährigen statt dem bisher üblichen dreijährigen Oberschulbesuch. Damit sollen die aufgrund sinkender Geburtenraten zurückgegangenen Bewerberzahlen erhöht werden. Diese Möglichkeit wurde erstmals 1998 von der Chiba University eingeführt und 2001 auch von der Meijo University in Nagoya übernommen.

Die Seijo University ermöglichte den vorzeitigen Hochschulzugang im English Literature Department, um talentierten Schülern mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten; die Showa Women's University an den Fakultäten für Human and Social Sciences und Human Life and Environmental Sciences. Sie sieht zu wenig Werbung als Grund für den Mangel an Bewerbern. Die Elisabeth University of Music wollte in Bereichen wie Komposition, Stimmbildung und Instrumentalmusik jüngere Bewerber aufnehmen, sie räumte jedoch ein, dabei die Erwartungen zu hoch angesetzt zu haben. Die drei Hochschulen möchten jedoch die Möglichkeit des vorzeitigen Hochschulzugangs trotz des anfänglichen Misserfolgs beibehalten.

Experten meinten allerdings, der Anreiz für potentielle Bewerber müsse erhöht werden. Gleichzeitig befürchten die Oberschulen, ihre talentiertesten Schüler, die ansonsten an hochangesehenen Universitäten zugelassen werden könnten, an Universitäten mit vorzeitigem Studienbeginn zu verlieren.

Doch es gibt auch positive Erfahrungen. An der Chiba University haben bislang 25 Oberschüler die Möglichkeit zu einem frühen Studienbeginn in Anspruch genommen, und zum Sommersemester sollen sieben weitere in die Fakultäten für Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Literatur aufgenommen werden. An der Meijo University nutzen jedes Jahr zwei bis fünf Oberschüler an der Fakultät für Mathematik die Möglichkeit des früheren Studienbeginns. Einige Studenten, die über eine solche Frühzulassung in ihre jeweilige Hochschule eingetreten sind, studieren inzwischen an den Graduate Schools hochangesehener Universitäten im In- und Ausland. An der Chiba University haben sich sogar einige Studenten für eine frühzeitige Zulassung an einer Graduate School beworben.
(Quelle: Yomiuri 07.02.2005)

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Weniger Bewerber für Standard-Uniprüfung

Nach Angaben des National Center for University Entrance Examinations, das landesweit die standardisierten Aufnahmeprüfungen für staatliche Hochschulen durchführt, ist die Zahl der Kandidaten im Vergleich zum Vorjahr um etwa 17.000 gesunken. Damit nimmt die Zahl das zweite Jahr in Folge deutlich ab.

Die Prüfung fand am 15. und 16. Januar in 712 Testzentren statt und umfasste 32 Themen­bereiche aus den sechs Fachbereichen: Fremd­sprachen, Naturwissenschaften, Japanisch, Mathematik, Sozialkunde und Geschichte/Geo­graphie. Die Anzahl der staatlichen Universitäten, die von den Bewerbern eine Teilnahme an Prüfungen in mehr Fachgebieten als in den Vorjahren verlangen, ist gestiegen. Während in diesem Jahr 105 staatliche Universitäten eine Prüfung in je sieben Themenbereichen aus mindestens fünf Fachgebieten verlangten waren es 91 Hochschulen im letzten Jahr und nur 63 in 2003. Grund dafür ist, dass viele staatliche Universitäten einen schlechteren Wissensstand der Studenten befürchten.

Alle staatlichen Universitäten und auch immer mehr private Universitäten verlangen von ihren Bewerbern, dass sie vor der Aufnahmeprüfung an der eigenen Universität an der Standardprüfung teilnehmen.

Unter den 569.950 Teilnehmern der Prüfung waren 421.830 Oberschüler (74 %), während 141.544 (24,8 %) die Oberschule bereits abgeschlossen hatten.

Angesichts der unsicheren Lage auf dem Arbeitsmarkt tendieren zahlreiche Bewerber zu berufsqualifizierenden Studiengängen. Nach Aussage eines Sprechers der Vorbereitungs­schule ‚Yoyogi Seminar’ gewinnen daher volks- und betriebswirtschaftliche Studiengänge wieder an Popularität, da sie den Erwerb einer Zulassung als Wirtschaftsprüfer und Steuer­berater ermöglichen. Zudem genießen praxisorientierte Studiengänge im medizinischen, zahnmedizinischen und pflegerischen Bereich derzeit große Beliebtheit. Auch die Pharmazie ist sehr attraktiv, da dieser Studiengang 2006 von vier auf sechs Jahre verlängert wird.
(Quelle: Asahi 17.01.2005)

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H-2A Rakete erfolgreich gestartet

Nach dem fehlgeschlagenen Start einer H-2A-Rakete im November 2003 hat die Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) Ende Februar diesen Jahres erfolgreich eine H-2A-Rakete gestartet. Die 53 Meter lange und 320 Tonnen schwere H-2A Nr. 7 beförderte den zur Navigation und Wetterbeobachtung ausge­statteten Multifunktions-Satelliten MTSAT-1R in seine Umlaufbahn in 36.000 Kilometer Höhe über dem Äquator.

Der erfolgreiche Start trägt sicherlich dazu bei, nicht nur in Japan sondern auch weltweit wieder Vertrauen in das H-2A Programm aufzubauen. Die H-2A Nr. 6 musste gesprengt werden, nachdem es kurz nach dem Start zu technischen Problemen gekommen war. Die Raketen­konstruktion wurde seitdem gründlich überarbeitet.

Im Frühjahr will das Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) ein Programm starten, mit dem die Erfolgsquoten bei Trägerraketen und Satelliten verbessert werden sollen. Fördermittel in Höhe von 10,3 Mrd. Yen (ca. 74 Mio. Euro) sind u.a. für Antriebssysteme, bessere Haltbarkeitstest und Design-Überarbeitung vorgesehen. Die Kosten des Starts der H-2A Nr. 7 waren von ursprünglich geplanten 8,5 Mrd. Yen (60 Mio. Euro) auf ca. 12 Mrd. Yen (85 Mio. Euro) angestiegen.

Nach Angaben von Keiji Tachikawa, dem Präsidenten der JAXA, würden mit steigender Auftragszahl die Kosten für H-2A-Starts sinken. Für 2005 ist weltweit der Transport von 30 kommerziellen Satelliten geplant. Im Wettbewerb um derartige Aufträge muss sich die H-2A jedoch u.a. gegen die europäischen Ariane-Raketen und die US-amerikanischen Atlas-Raketen be­haupten.
(Quellen: Mainichi 26.02.2005, Yomiuri 28.02.2005)

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Weltraumhafen im All geplant

In ihrem Anfang Dezember 2004 veröffentlichten Zwischenbericht befasst sich die Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) mit Plänen zum Bau eines Weltraumhafens im sogenannten „tiefen Weltraum” in großer Ent­fernung zum Mond. Dieser wäre Ausgangspunkt für Beobachtungen des Weltalls oder der Erforschung von Planeten. Das auf mehrere Jahrzehnte angelegte Projekt ist auch als ehrgeizige Reaktion auf die Ankündigung der USA zu werten, eine Basis auf dem Mond zu errichten.

Man prüft, ob in ca. 1,5 Mio. km Entfernung (zum Vergleich: Strecke Erde-Mond: 380.000 km), bei ausgeglichener Anziehungskraft und Zentrifugalkraft von Erde und Sonne ein Weltraumbahnhof errichtet werden kann, der Ausgangspunkt für Expeditionen u.a. zum Mars sein könnte. Außerdem wird untersucht, ob man von einem solchen Weltraumbahnhof Raumschiffe starten, Expeditionen zu anderen Planeten durchführen, Teleskope errichten und Himmelskörper beobachten lassen könnte. Man hofft, dass von dieser entfernten Basis eine effektivere Planetenforschung möglich ist als vom Mond, der immerhin noch über ein Sechstel der Schwerkraft der Erde verfügt.
(Quelle: Asahi 07.01.2005)

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Suche nach zweiter Erde

Ab April 2005 wird sich das National Astronomical Observatory of Japan eingehend mit der Suche nach einer „zweiten Erde“ außerhalb unseres Sonnensystems befassen. Ein neues Projektbüro für die Erforschung von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems wird als Anlaufstelle für Forschung und Entwicklung sowie internationale Zusammen­arbeit dienen. Schon lange war geplant, ein in Japan produziertes Teleskop mit einem Durchmesser von 3,5 Metern in den Weltraum zu bringen. Sollte dieses Projekt Erfolg haben, besteht die Möglichkeit, in der Umgebung von Dutzenden von Sternen, die sich in der Nähe des Sonnensystems befinden, auf einen erdähn­lichen Planeten zu stoßen.

Bisher wurden außerhalb des Sonnensystems bereits etwa 140 große, jupiterähnliche Gasplaneten entdeckt. Da erdähnliche Gesteinsplaneten, auf denen man Leben finden könnte, recht klein sind, ist ihre Entdeckung mit heutigen Observationstechniken schwierig. Zur Beobachtung dunkler Himmelskörper hat das National Astronomical Observatory eine spezielle Vorrichtung entwickelt, durch die das Licht hellerer Sterne ausgeblendet wird. Sie wird bereits beim Subaru-Teleskop eingesetzt. In Europa und den USA plant man den Bau von Teleskopen mit acht Metern Durchmesser, ein Vorhaben, das sich jedoch nur mit einem großen Budget und durch internationale Zusammen­arbeit realisieren lässt.
(Quelle: Asahi 01.01.2005)

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Entwicklung eines Nanoschalters

Das National Institute for Material Science (NIMS) hat in Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen einen mikroskopisch kleinen Atomschalter entwickelt, bei dem das Umschalten zwischen ON- und OFF-Zustand über die Bildung oder das Verschwinden einer Brücke aus Silberatomen erfolgt. Man geht davon aus, dass dieser neue Schalter herkömmliche Halbleiterbausteine ersetzen kann, die kaum mehr eine Leistungssteigerung erwarten lassen.

Tsuyoshi Hasegawa vom NIMS und sein Team machten folgende Beobachtung: Stellt man eine Silbersulfidelektrode und eine Platinelektrode im Abstand von 1 Nanometer gegenüber und setzt sie unter elektrische Spannung, bildet sich von der Silbersulfidelektrode eine mikroskopisch kleine, aus 10 Silberatomen bestehende Brücke und verschwindet wieder. Durch diesen Vorgang wird der Stromfluss ein- und ausgeschaltet.

Der Energieverbrauch beträgt dabei nur ein Millionstel des Verbrauchs eines Halbleiter­bausteins und durch den Einbau eines Memoryspeichers bleiben die Informationen auch nach Abschalten des Stroms erhalten. Man hofft, in den nächsten fünf Jahren einen Prototyp und innerhalb von 10 Jahren marktreife Produkte herstellen zu können.

Bei Halbleitern wird die Bewegung der Elektronen über einen Schalter elektronisch geregelt. Der Atomschalter verwendet Silberatome, die zwar zweihunderttausend Mal schwerer sind als Elektronen, da sie jedoch nur ein Dreißigstel der Fläche von Halbleiter­bausteinen benötigen, könnten damit sehr schnelle Bausteine mit geringerem Stromverbrauch produziert werden.

Denkbar wäre deren Einsatz in neuen tragbaren Geräten, in denen Funktionen von Laptops, Digitalkameras und Fernsehgeräten kombiniert sind.
(Quelle: Asahi 06.01.2005)

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Regierung prüft Sicherheit von Nanomaterialien

Die Regierung hat eine umfassende Bedenklichkeitsprüfung für Materialien beschlossen, die mit Hilfe von Nanotechnologie hergestellt worden sind. Zur Schaffung von Sicherheitsstandards und für neue Gesetze sollen Auswirkungen dieser Materialien auf Mensch und Umwelt untersucht werden. Somit wird in Japan erstmals vor dem praktischen Einsatz einer neuen Technologie eine eingehende Sicherheitsprüfung vorgenommen. Die Regierung reagiert damit auch auf Streitfragen aus der jüngeren Vergangenheit, wie die Verärgerung der Verbraucher über verspätete Sicherheitsprüfungen in der Gentechnik. Die Untersuchung umfasst neuentwickelte Materialien aus Nanopartikeln, wie etwa die von japanischen Forschern entwickelte Kohlenstoff-Nanoröhren und Fullerene (Kohlenstoffmoleküle, bei denen die Atome eine kugelartige Struktur bilden).

Japan ist führend bei Forschung und Entwicklung in der Nanotechnologie, und einige Firmen haben bereits mit der praktischen Verwendung dieser Technolgie in Farben und Kosmetika begonnen. Umweltschutzgruppen in westlichen Ländern haben jedoch Bedenken angemeldet. So gleicht die Struktur von Nanoröhren – die einer Vielzahl mikroskopisch kleiner Nadeln ähnelt – der von Asbest, welcher Lungenkrankheiten hervorruft. Experimente haben bestätigt, dass das Einatmen einer großen Menge von Nanoröhrchen die Lunge schädigen kann. Zudem können Nanoröhrchen leicht Partikel anderer Stoffe, u.a. auch Schadstoffe, absorbieren, die dann an die Umwelt weitergegeben werden.

In Großbritannien und den USA werden deshalb bereits schädliche Auswirkungen der Nanotechnologie untersucht. Daraufhin hat auch der Council for Science and Technology unter Vorsitz von Premierminister Koizumi Ende letzten Jahres begonnen, vergleichbare Unter­suchungen zu fordern, wobei mit westlichen Ländern kooperiert werden soll.

Im Rahmen der Untersuchungen sollen die Auswirkungen der Materialien in sämtlichen Stadien, von der Produktion über die Anwendung bis hin zur Entsorgung geprüft und die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Council hatte sich an Universitäten im In- und Ausland sowie an Einrichtungen des Ministry of Economy, Trade and Industry (METI), des Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT), des Ministry of the Environment und des Ministry of Health, Labour and Welfare mit der Bitte um Vorschläge und Unterstützung gewandt. Das METI bildete zu diesem Zweck einen Unterausschuss seines Policy Study Council on Nanotechnology unter Führung von Teruo Kishi, dem Vorsitzenden des National Institute for Material Science (NIMS).

Die Weiterentwicklung der Nanotechnologie gilt für die Regierung als eines der vier wichtigsten Ziele ihrer Wissenschafts- und Technologie­politik. Sie hatte für Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet für das Fiskaljahr 2004 ein Budget in Höhe von 94 Mrd. Yen (ca. 670 Mio. Euro) bereitgestellt. Die Japan Business Foundation (keidanren) schätzt, dass der Markt für Nanotechnologieprodukte bis 2010 auf 130 Bio. Yen (ca. 930 Mrd. Euro) anwachsen wird. Auf dem Gebiet der Nanotechnologie konkurriert Japan mit den USA, Südkorea und anderen Länder um den Spitzenplatz.
(Quelle: Yomiuri 31.01.2005)

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Regierung fördert Forschung an Brennstoffzellen

Das Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) hat eine Förderung von Forschungs­projekten zur Verlängerung der Lebensdauer von Brennstoffzellen angekündigt. Das METI wird der New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO) dafür ab dem Fiskaljahr 2005 öffentliche Fördergelder in Höhe von 5,4 Mrd. Yen (ca. 38 Mio. Euro) zur Verfügung stellen. Diese unabhängige Verwaltungsagentur wird die Gelder an ein Konsortium aus sieben Unternehmen weiter­leiten, das speziell für diese Forschungsarbeit gegründet wurde. Zielsetzung der Regierung ist es, bis 2010 2,1 Mio. kW Energie aus Brennstoffzellen für den privaten und industriellen Gebrauch zu gewinnen, was der Leistung von zwei Atomkraftwerken entspricht, 2020 sollen es 10 Mio. kW sein.

Brennstoffzellen produzieren Energie, indem sie mittels einer Protonenaustausch-Membran Wasserstoff und Sauerstoff in Wasser umwandeln. Die Lebensdauer einer solchen Membran beträgt derzeit etwa 13.000 Stunden, d.h. bei normalem Gebrauch einer Nutzungsdauer von etwa zwei bis drei Jahren. Die meisten Experten sind sich darüber einig, dass für den Haushaltsgebrauch die Lebensdauer auf mindestens 40.000 Stunden, bzw. auf über fünf Jahre, verlängert werden müsse. Die Forschung soll nun  Wege finden, den Materialermüdungsprozess bei der Membran zu verlangsamen.
(Quelle: Asahi 01.02.2005)

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Bäume bremsen Tsunami

Eine Gruppe japanischer Wissenschaftler unter Leitung von Hideo Matsutomi und Tomoyuki Takahashi, von der Akita University, hat im Süden Thailands die Folgen des verheerenden Seebebens von Südostasien untersucht, das u.a. auf der Insel Phi Phi und in Khao Lak im Norden der Insel Phuket immense Schäden angerichtet hatte. Dabei konnten die Wissenschaftler anhand des Zustands von Gebäuden hinter der Küstenlinie nachweisen, dass die Kraft der Tsunamiwelle durch die Vegetation an der Küste abgeschwächt wurde.

Anhand von Gebäuderesten und Augenzeugen­berichten ließ sich rekonstruieren, dass das Zentrum der Insel Phi Phi von der Nordseite aus von einer sechs Meter hohen und von der Südseite aus von einer vier Meter hohen Welle getroffen wurde.

Verbliebene Gebäudeteile deuten darauf hin, dass die Welle in der Region um Khao Lak eine Höhe von ca. zehn Metern hatte und teilweise eine Geschwindigkeit von zehn Metern pro Sekunde (36 km/h) erreichte. Untersuchungen im Hinterland und in Küstengebieten mit starkem und mit spärlichem Bewuchs von Kokospalmen ergaben, dass eine dichte Vegetation die Höhe der Tsunami um rund 30 cm senkte und somit deren Kraft minderte.
(Quelle: Asahi 04.01.2005)

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Osteoarthrose

Ein Forschungsteam, dem Forscher des RIKEN SNP Research Center, der Mie University und der University of Tokyo angehören, hat ein Gen entdeckt, welches Osteoarthrose verursacht, eine Krankheit, in deren Verlauf sich Gelenkknorpel nach und nach abnutzen. Man vermutete bereits, dass mehrere Gene Verursacher dieser Krankheit sind. Doch der erstmalige Erfolg, eines dieser Gene zu entdecken, ist ein erster Schritt zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden. In der Online-Ausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift Nature Genetics wurde darüber berichtet.

Allein in Japan sind 7 Mio. Personen von Osteoarthrose betroffen. Mit zunehmenden Alter erhöht sich das Erkrankungsrisiko. Zählt man die leicht Erkrankten mit, leiden nahezu 30 % der über 70-Jährigen in Japan an Osteoarthrose.

Das Forschungsteam untersuchte die Gene von ca. 1700 gesunden und erkrankten Personen und entdeckte bei den Kranken eine hohe Aktivität eines Genes, das ein Protein namens Asporin produziert. Asporin unterdrückt die Aktivität des für die Vermehrung von Knorpelzellen verantwortlichen Proteins. Im Körper von an Osteoathrose erkrankten Personen entdeckte man im Vergleich zu gesunden Patienten eine ca. doppelt so große Menge einer Art von Asporin, das die Zellvermehrung besonders stark unterdrückt.

Osteoarthrose kann sowohl genetisch bedingt sein, als auch durch Umweltfaktoren, äußere Verletzungen oder Stress verursacht werden.
(Quelle: Asahi 10.01.2005)

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Schlüssel für Rheumaentzündung entdeckt

Eine Forschergruppe der Graduate School of Medicine and Faculty of Medicine der University of Tokyo hat bei einer Maus den Mechanismus entdeckt, der für die Bildung des Verursachers von Autoimmunerkrankungen wie Gelenkrheuma verantwortlich ist. Diese Entdeckung könnte zur Entwicklung eines Mittels führen, welches die Absonderung des Stoffes unterdrückt. Die Forschungsergebnisse wurden in der Digitalausgabe der Wissenschaftszeitschrift ‚Nature’ vom 23.01.2005 veröffentlicht.

Der Stoff, der z.B. Gelenkrheuma verursacht, wird entzündliches Zytokin genannt. Er wird im Blut als Teil der Immunreaktion zeitweise abgesondert, wenn feindliche Erreger wie Viren oder Bakterien in den Körper eindringen. Eigentlich hat er die Aufgabe, durch das Verursachen einer Entzündung den Körper zu schützen. Schreitet die Entzündung jedoch bei unkontrollierten Absonderungen fort, dann wird der eigene Körper zerfressen und es kommt es zu einer Autoimmunerkrankung.

Die Forschungsgruppe konzentrierte sich auf das „natürliche Immunsystem“, das beim Eindringen des Erregers als erstes in Aktion tritt und verfolgte den Mechanismus vom Eindringen des Erregers bis zur Ausscheidung des Stoffes. Das Eindringen wird von Sensoren auf der Zelloberfläche wahrgenommen, die dann ein Signal aussenden. Es gibt zehn verschiedene Arten von Sensoren, wobei jeder für andere feindliche Erreger zuständig ist. Die Gruppe richtete ihr Augenmerk auf ein Protein, das die Signale dieser Sensoren zu stören scheint. Durch Genmanipulation setzten sie bei einer Maus dieses Protein außer Kraft, wodurch beim Funktionsprozess aller 10 Sensoren der genetische Schalter, der für die Produktion von entzündlichen Zytokinen verantwortlich ist, außer Funktion gesetzt wurde.

Bisher sind mehrere entzündliche Zytokine bekannt, wobei gegen manche von ihnen bereits neutralisierende Antikörper entwickelt worden sind und bei Behandlungen eingesetzt werden. „Wenn es gelänge eine Medizin zur Ausschaltung dieses Protein zu entwickeln, könnte man vielleicht die Ursache der Entzündung bekämpfen“, meint Prof. Taniguchi von der Forschungsgruppe.
(Quelle: Asahi 25.01.2005)

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Protein unterstützt Informationsfluss zwischen Nervenzellen

Einer Gruppe von Wissenschaftlern der Faculty of Medicine der University of Tokyo unter Leitung von Prof. Tomiyuki Takahashi ist die Entschlüsselung der wichtigen Funktion gelungen, die ein als Dynamin bezeichnetes Protein bei der Freigabe und Aufnahme von Transmittersubstanzen an den Synapsen übernimmt.

An den Synapsen werden durch die Übergabe von Transmittersubstanzen Signale an die nächste Nervenzelle weitergeleitet. Es gibt einen Mechanismus, durch den in den Nervenzellen die freigesetzten Transmittersubstanzen aufgenommen und als Vorbereitung für die nächste Übertragung in einer kleinen Tasche aufbewahrt werden. Durch Experimente mit Nervenzellen im Gehirn von Mäusen konnte das Forschungsteam nachweisen, dass Dynamin beim Inkrafttreten dieses Mechanismus unentbehrlich ist. Das Protein wurde in den Nervenzellen in der Umgebung der Taschen zur Aufbewahrung von Transmitterstoffen gefunden.

Diese Forschungsergebnisse können vermutlich zur Klärung der Ursache schwerer Nervenkrankheiten führen.
(Quelle: Asahi 07.01.2005)

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Lebende Fossile entdeckt

Ein japanisch-britisches Forschungsteam entdeckte auf dem Meeresgrund des Marianengraben in etwa 10.900 Metern Tiefe verschiedene primitive Einzeller. Sie gehören zur Gruppe der amöbenähnlichen „Foraminifere“, und man vermutet, dass sich ihre Form seit 800 Mio. bis 1 Mrd. Jahren nicht verändert hat. Der Graben in der Meerestiefe hat vermutlich als Schutzraum gedient.

Im Herbst 2002 sammelte die unbemannte Sonde „Kaikô“ der Japan Agency for Marine-Earth Science and Technology (JAMSTEC) Schlamm aus der Challenger-Tiefe in der Nähe der Insel Guam, der in Zusammenarbeit mit dem britischen Southampton Oceanography Centre analysiert wurde.

Man fand in ca. 10 cm³ Schlamm 449 Foraminifere. Sie besitzen eine Größe von 0,05 bis 0,70 mm und haben verschiedene Formen, einige sind stabförmig, andere haben die Form eines Flaschenkürbis. Bei allen gefundenen 13 Arten handelt es sich um eine neue Spezies.

Aus ihrer Form ist zu schließen, dass sie möglicherweise zu derselben Gruppe von „Fossilien von Lebewesen unbekannter Gestalt“ gehören, die seit den 1980er Jahren in Schweden, Australien und Russland in Erdschichten von vor 540 Mio. bis 1 Mrd. Jahren entdeckt wurden.

In der molekularbiologischen Forschung geht man davon aus, dass die Foraminifere seit mehr als 800 Mio. Jahren existieren, die ältesten Fossilfunde stammen aus einer Zeit von vor ca. 500 Mio. Jahren. Die vorliegende Entdeckung könnte somit einen Durchbruch bei der Schließung der bisher vorhandenen Lücke in der Geschichte des Lebens bedeuten.

Die Foraminifere besitzen normalerweise harte Kalkpanzer, doch die neuentdeckten Foraminifere hatten zu 99 % Panzer aus weichem Material wie Chitin und gehören damit der primitiven Gattung an. Mit weicher Schale sind die Einzeller normalerweise leicht ihren Feinden ausgeliefert. Diese Foraminifere konnten jedoch anscheinend in der dunklen Meerestiefe bei einem Wasserdruck von über 1000 bar, in feindfreier Umgebung überleben. Bisher nahm man an, dass Foraminifere in einer Wassertiefe von über 10.000 Metern kaum leben könnten, da es dort nur wenige Organismen als Nahrung gibt.
(Quelle: Asahi 04.02.2005)

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Kaffee gegen Leberkrebs

Bei Personen, die täglich mehr als eine Tasse Kaffee trinken, besteht ein geringeres Risiko, an Leberkrebs zu erkranken als bei Personen mit geringerem Kaffeekonsum. Dies geht aus einer Studie mit 61.000 Erwachsenen hervor, die von der Tohoku University unter Leitung von Prof. Ichiro Tsuji durchgeführt worden ist.

Von 1984 bis 1997 wurden Personen, die 40 Jahre oder älter waren, über einen Zeitraum von sieben bis neun Jahren untersucht. 117 erkrankten in diesem Zeitraum an Leberkrebs. Wenn man von einem Wert 1 für die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung unter Nicht-Kaffeetrinkern ausgeht, so beträgt das Risiko an Leberkrebs zu erkranken für Personen, die weniger als eine Tasse Kaffee pro Tag trinken 0,71 und für diejenigen, die täglich mehr als eine Tasse Kaffee konsumieren nur 0,58.

Es ist noch nicht bekannt, auf welche im Kaffee enthaltene Substanz dieser Effekt zurückgeht. In Tierversuchen hat sich aber bereits gezeigt, dass die in Kaffeebohnen vorkommende Chlorogensäure die Wahrscheinlichkeit einer Leberkrebserkrankung senkt.
(Quelle: Japan Times 22.01.2005)

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Neuartiger Scanner für Fingerabdrücke

Die Mitsubishi Electronic Corp. möchte im Herbst den weltweit ersten Scanner für Fingerabdrücke auf den Markt bringen, bei dem kein physischer Kontakt zwischen Finger und Lesegerät erforderlich ist. Bei herkömmlichen Geräten zur Abnahme von Fingerabdrücken wird der Finger auf eine Glasplatte gedrückt. Bei rauer, faltiger oder schweißbedeckter Haut arbeitet das Gerät jedoch nicht immer zuverlässig. Bei dem von Mitsubishi entwickelten Gerät wird eine rote Leuchtdiode benutzt, um das individuelle Muster eines Fingerabdrucks in den unteren Hautschichten einzuscannen. Dabei wird der Finger mit dem Nagel nach oben unter ein Lesegerät gehalten. Das Gerät soll zur Verbesserung der Sicherheitsstandards in Flughäfen und Banken eingesetzt werden und mit dazugehöriger Software etwa 100.000 Yen (ca. 720 Euro) kosten.
(Quelle: Asahi 26.02.2005)

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Neue Textilfaser bei Hautkrankheiten

Der Textilhersteller Kuraray Co. hat ein neues synthetisches Textilgewebe entwickelt, das den Tragekomfort bei Personen, die an atopischer Dermatitis (Neurodermitis) oder an anderen mit Juckreiz einhergehenden Hautkrankheiten leiden, deutlich verbessert. Das Material absorbiert Hitze und Wasser fast doppelt so schnell wie bislang existierende Polyesterstoffe, so dass die Haut nicht überhitzt. Die Fasern bestehen aus einem Polyesterkern und sind mit einem Material ummantelt, das über eine neuentwickelte Molekularstruktur verfügt.

Die Produktionskosten liegen 20 bis 30 Prozent höher als bei herkömmlichen Textilien. Kuraray möchte noch im Fiskaljahr 2005 Unterwäsche und Bettwaren aus dem Material auf den Markt bringen.

Bei Tests im Sommer 2003 und Winter 2004 trugen 26 Dermatitis-Patienten vier Wochen lang aus der neuen Faser hergestellte Schlafanzüge und Unterhemden. Neunzehn der Testpersonen berichteten über eine Verminderung des Juckreizes, während die restlichen sieben zumindest keine Verschlimmerung spürten.

In Japan leiden Schätzungen zufolge 10 Mio. Menschen an Neurodermitis.
(Quelle: Asahi 16.12.2004)

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Zurück zur Sechs-Tage-Schulwoche?

Nachdem das Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) erst vor gut zwei Jahren im Rahmen einer Änderung des School Education Law die Schulwoche von sechs auf fünf Tage verkürzt hatte, wird angesichts der im internationalen Vergleich schlechteren Leistungen japanischer Schüler die Wiedereinführung der Sechs-Tage-Woche erwogen. Bildungsminister Nariaki Nakayama sagte in einem Interview mit der Asahi Shimbun, dass er künftig den Schulen und Gemeinden bei der Entscheidung über Unterricht am Samstag mehr Freiheiten einräumen wolle.

Im Frühling 2002 hatte das MEXT den ‚yutori kyoiku Lehrplan’ eingeführt, durch den die Schulwoche um einen Tag gekürzt und der Lehrplan um 30 % reduziert wurde. Dadurch sollten die japanischen Schüler mehr Freizeit bekommen und vom Schulstress entlastet werden. Öffentliche Schulen kämpfen seitdem um den Erhalt ihres akademischen Standards, etwa durch das Angebot von zusätzlichen Unterrichtsstunden in den Sommerferien. Mehrere Schulen bieten durch Nutzung eines Schlupfloches im School Education Law an Samstagen bereits „Zusatzunterricht“ an.

Ab April wollen 17 öffentliche Oberschulen in Tokyo auf eigene Faust wieder regulären Samstagsunterricht abhalten. Damit kommen sie dem Central Council for Education zuvor, der sich nach Nakayamas Stellungnahme vermutlich auch mit dem Thema beschäftigen wird.

Von den 273 privaten Oberschulen in Tokyo hatten sich einer Umfrage der Gakken Co. zufolge nur etwa 30 % der Fünf-Tage-Woche angeschlossen. Einer der Schuldirektoren erklärte dazu, die große Mehrheit der Eltern sei entschieden gegen die Fünf-Tage-Woche. Ein Sprecher des Yasuda Education Research Institute meinte, die Wiedereinführung der Sechs-Tage-Woche würde den öffentlichen Schulen dabei helfen, in Zeiten mit immer weniger Kindern und schlechter Wirtschaftslage gegenüber den Privatschulen konkurrenzfähiger zu sein.
(Quelle: Asahi 20.12.2004)

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Sorge um schulische Leistungen

Bei einer Untersuchung der Yomiuri Shimbun äußersten 81 % der Befragten Bedenken bzgl. der sich verschlechternden schulischen Leistungen der Kinder, lediglich 16 % machten sich darüber keine Sorgen.

60 % sahen das größte Problem in der mangelnden Qualifikation der Lehrer. Das ist der höchste Prozentsatz seitdem diese Frage 1985 in die Untersuchung aufgenommen worden war.

Die Studie wurde Mitte Januar unter 3000 Personen durchgeführt, von denen 1.843 Personen (61,4 %) antworteten, darunter 53 % Frauen. Bei der Frage nach der Ursache für den Leistungsabfall, bei der Mehrfachantworten möglich waren, entschieden sich 53 % für die Antwort „zu starke Ablenkung z.B. durch Computerspiele und Comics“. Darauf folgte mit 50 % die Antwort „Kürzung der Zahl der Unterrichtsstunden“ und mit 41 % die „schlechtere Qualifikation der Lehrkräfte“. Im „Ungeordneten Lebensstil der Kinder“ sahen 37 % die Ursache des Problems und 36 % in den „Kürzungen bei Unterrichtsinhalten“.

Die Antworten weisen auch darauf hin, dass mit 72 % eine zunehmende Zahl der Befragten dem Regierungskonzept einer druckfreien Erziehung kritisch gegenübersteht. Im März 2002, kurz vor Inkraftsetzung der Neuerungen im Erziehungswesen, äußerten nur 67 % ihre Ablehnung, d.h. 5 % weniger als bei der aktuellen Studie.

Die Neuerungen umfassen insbesondere die Einführung von „Stunden zum Lernen durch Verstehen“, in denen Schüler seit 2002 an Grund- und Mittelschulen und seit 2003 auch an Oberschulen bei verschiedene Aktivitäten mittels eigener Erfahrung lernen sollen. Einige Experten äußerten jedoch Bedenken, dass durch Lehrplankürzungen in den Fächern Japanisch, Mathematik und anderen Kernfächern die Leistung und Fähigkeiten der Schüler abnehmen könnten.

Die Regierung möchte die Richtlinien für die Lernpläne nun erneut überarbeiten. Bildungsminister Nariaki Nakayama kündigte im Januar an, wieder mehr Unterrichtszeit für die Kernfächer zu schaffen.
(Quelle: Yomiuri 06.02.2005)

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Heimunterricht immer beliebter

Nach Angaben der in Tokyo ansässigen, gemeinnützigen Homeschool Support Association of Japan (HOSA) werden 2000 bis 3000 Kinder in Japan zu Hause unterrichtet, Tendenz steigend. Ähnlich wie in den USA, wo etwa 1 Mio. Kinder aus meist christlichen Familien zu Hause unterrichtet werden, sind auch in Japan Christen die Vorreiter des Heimunterrichts. Weitere Gründe sind: Die Hoffnung der Eltern, dass ihre Kinder ohne Druck vonseiten der Lehrer und Mitschüler lernen und ihre Fähigkeiten optimal entfalten können; das Fehlen von Fördermöglichkeiten für Kinder, die mit dem Lernstoff nicht Schritt halten können, die längere Zeit den Schulunterricht nicht besuchen konnten, oder die behindert sind.

Die HOSA wurde im Jahr 2000 gegründet und hat ein Leistungspunktsystem für den Heimunterricht entwickelt. Ein Sprecher der HOSA betonte, dass zu Hause unterrichtete Kinder keineswegs gesellschaftliche Außenseiter seien. Sie könnten jederzeit den Unterricht an einer regulären Schule wieder aufnehmen, wenn sie selber dazu bereit seien und ihnen angemessene Förderung zuteil werde. Die HOSA hofft, dass die Regierung verschiedene Bildungswege, darunter sogenannte „Freie Schulen“ und den Unterricht zu Hause, formell anerkennen wird.

Beim Unterricht zu Hause gibt es zwei Vorgehensweisen: entweder stellen die Eltern nach Vorbild einer regulären Schule einen Stundenplan auf, oder sie versuchen, ihre Kinder durch verschiedene künstlerische Betätigungen und Aktivitäten unter freiem Himmel ihre Umwelt aktiv erfahren zu lassen. Die meisten Eltern kombinieren beide Methoden.

Am Konzept des Heimunterrichts gibt es jedoch einige Kritik, u.a. dass die Kinder von ihren Altersgenossen isoliert sind, und keine anerkannten Schulabschlüsse erlangen. Yuji Shimonohashi, Beamter des Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) weist darauf hin, dass nur durch das School Education Law anerkannte Schulen zur Ausstellung qualifizierender Abschlusszeugnisse berechtigt seien. Theoretisch könnten die Eltern sogar wegen Verletzung der Schulpflicht rechtlich belangt werden. Tatsächlich kommt es laut Shimonohashi jedoch auch vor, dass Schuldirektoren nach eigenem Ermessen bei entsprechendem Wissensstand Abschlusszeugnisse für Kinder ausstellen, die zu Hause unterrichtet wurden.
(Quelle: Japan Times 04.01.2005)

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Wissenschaftler sollen Schüler motivieren

Das Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) plant aufgrund der schwächeren schulischen Leistungen und des geringeren Interesses der Schüler in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften ein Motivierungsprogramms für Schüler. Dabei sollen Wissenschaftler aus öffentlichen Einrichtungen wie Museen oder Ingenieure aus der Industrie ehrenamtlich Vorträge halten, Unterrichtsstunden geben, Projekte durchführen und von ihrer Berufserfahrung berichten. Parallel dazu möchte das MEXT neue Unterrichtsmaterialien für die regulären Lehrkräfte entwickeln, insbesondere die Durchführung von Experimenten.

Für das Programm ist eine dreijährige Laufzeit ab April 2005 vorgesehen und ein Budget von rund 320 Mio. Yen (2,3 Mio. Euro) für das erste Jahr eingeplant. Es soll zunächst in einigen ausgewählten Landesteilen getestet und im Erfolgsfall landesweit an allen Schulen eingeführt werden.

Eine von der in Amsterdam ansässigen International Association for the Evaluation of Educational Achievement gesponsorte Studie hatte ergeben, dass Japans Mittelschüler von 1999 bis 2003 in den Naturwissenschaften von Rang vier auf Rang sechs und die Grundschüler von Platz 2 (1995) auf Platz 3 abrutschten. Die Studie vergleicht die Leistungen von Mittelschülern in 46 und Grundschülern in 25 Ländern und Regionen.

Beunruhigender als das Ergebnis selbst war für das MEXT jedoch die Tatsache, dass der Prozentsatz an Schülern, die Mathematik oder Naturwissenschaften mögen, vom zweithöchsten auf den viertniedrigsten gesunken ist.

Eine im September durchgeführte Studie des Mitsubishi Research Institutes kam zu dem Ergebnis, dass 42 % der 150 befragten Universitätsprofessoren und Forscher aus der Industrie der Meinung sind, der wichtigste Schritt bei der Ausbildung neuer Wissenschaftler bestehe darin, mehr Gelegenheiten zu schaffen, um das Interesse der Kinder an Mathematik und Naturwissenschaften zu wecken.
(Quelle: Asahi 04.01.2005)

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Längere, heißere Sommer

Das National Institute for Enviromental Studies (NIES) hat einen Bericht über die möglichen Folgen der globalen Klimaerwärmung für Japan veröffentlicht, der für die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts um ca. 4,2°C höhere Sommertemperaturen prognostiziert.

An mindestens 70 Tagen im Jahr könnten Temperaturen von 30°C oder mehr erreicht werden. Die Durchschnittstemperatur in Tokyo habe sich in den letzten 100 Jahren um nahezu 3°C erhöht. Nach Annahmen des NIES wird die Durchschnittstemperatur im kommenden Jahrhundert landesweit um 1°C ansteigen. In Ballungsräumen wird die Steigerung durch das Phänomen der Bildung von Hitzeinseln besonders extrem sein. Für Tokyo wird eine Temperaturerhöhung von 2,9°C Grad erwartet.

Trotz regionaler Unterschiede bei der Niederschlagsmenge lässt sich feststellen, dass die Menge an Regen zu- und an Schnee abgenommen hat. Das NIES schätzt, dass die Niederschlagsmenge bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um 19 % zunehmen wird.

Für den Klimawandel gibt es zahlreiche Anzeichen in der Tier- und Pflanzenwelt: Die Kirschblüte begann in den letzten Jahren 3 Tage früher als bislang durchschnittlich üblich. Auf dem Apoi-Berg im Hidaka Gebirge wachsen immergrüne Bäume wie Haimatsu (Pinus pumila) und Kitagoyo (Pinus pentaphylla) in immer höheren Lagen, während die Alpenpflanze Hidakoso (Callianthemum miyabeanum) seltener wird. Schildkröten, die bislang ihre Eier nicht nördlicher als an der Küste der Insel Yakushima (Präfektur Kagoshima) ablegten, tun dies nun auch an den Küsten der Präfekturen Kumamoto und Miyazaki. Korallen, die eigentlich nur in tropischem Klima gedeihen, wurden in der Amakusa-Region (Präfektur Kumamoto) gefunden, und der Schmetterling Nagasaki-ageha (Papilo memnon), der eigentlich auf Kyushu und Shikoku vorkommt, lebt seit 2000 auch in der Kanto-Region.

Die durch Forschungsarbeit des NIES und anderer Einrichtungen gesammelten Daten werden als Grundlage für die Überprüfung des zukünftigen Klimas in Japan dienen.
(Quelle: Yomiuri 30.01.2005)

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Studenten können den Irak nicht lokalisieren

Wie eine Studie der Association of Japanese Geographers ergab, sind weniger als 60 % der japanischen Studenten in der Lage, den Irak auf einer Karte zu finden. Die Umfrage wurde unter 3.773 Studenten von 25 Universitäten und 1027 Schülern von neun Oberschulen in den Präfekturen Chiba und Niigata von Dezember 2004 bis Februar 2005 durchgeführt.

Die Befragten mussten zehn Länder lokalisieren, darunter Länder über die in der japanischen Presse viel berichtet wird, wie Nordkorea oder Griechenland, dem Austragungsort der Olympischen Spiele 2004. Es zeigte sich, dass lediglich 57 % der Studenten und 54 % der Schüler in der Lage waren, den Irak richtig zu lokalisieren. Griechenland hingegen fanden 77 % der Studenten und 59 % der Schüler, bei den USA waren es 97 % der Studenten und 93 % der Oberschüler. Die Studie ergab auch, dass Studenten, die an der Oberschule Geographie­unterricht hatten, alle zehn Länder besser lokalisieren konnten.

Geographie ist seit 1989 ein Wahlfach an japanischen Oberschulen.
(Quelle: Mainichi 23.02.2005)

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Neues vom Club

10 Jahre JSPS-Club!

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Deutschen Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V. fand das gemeinsam mit dem JSPS Bonn Office organisierte Treffen ehemaliger JSPS-Stipendiaten am 22. und 23. April am Vereinssitz in Bonn statt. Unter dem Titel ‚Prospects of Japanese-German Scientific Cooperation’ berichteten sechs Vereins­mitglieder aus unterschiedlichen Fachgebieten gemeinsam mit ihren japanischen Kollegen über den Verlauf ihrer wissenschaftlichen Kooperation.

Wie bereits im letzten Jahr in Halle gab es auch diesmal eine kurze Einführung in die Vorträge von Fachmoderatoren, die die Organisatoren aus dem Kreise unserer Mitglieder ausgewählt hatten.

Dieses neue Programmkonzept mit deutsch-japa­nischen Vorträgen aus verschiedenen Fachrichtungen und die Einbindung von Club-Mitgliedern als Redner und Moderatoren fand allseits großen Anklang. Auf der anschließenden Jahresmitgliederversammlung herrschte Ein­stimmigkeit, dass auch bei den zukünftigen Symposien diese Vortragsform zumindest für einen Teil der Beiträge und die Beteiligung der Mitglieder beibehalten werden sollte. Das Programm im Detail:


Freitag 22. April 2005

Welcoming Remarks
Prof. Dr. Heinrich Menkhaus, Dt.Ges.d.JSPS-Stip.e.V.
Akira Mizutani, Botschaft von Japan
Dr. Georg Schütte, A.v.Humboldt-Stiftung
Prof. Dr. Wolfgang Hess, Universität Bonn
Dr. Isao Kiso, JSPS Tokyo

The History of the German JSPS-Club
Prof. Dr. Heinrich Menkhaus

Biotechnology / Biohydrogen Production
Prof. Dr. Matthias Rögner, Universität Bochum
Prof. Dr. Masato Miyake, Res. Inst. for Cell Engin.
Convener: Prof. Dr. Helmut Görisch, TU Berlin

Physical Chemistry / Corrosion Engineering
Dr. Achim Walter Hassel, MPI für Eisenforschung
Prof. Dr. Masahiro Seo, Hokkaido University
Convener: Prof. Dr. Andreas Marx, Uni Konstanz

Physics / Elementary Particle
Prof. Dr. Werner Meyer, Universität Bochum
Prof. Dr. Naoaki Horikawa, Chubu University
Convener: Prof. Dr. Uwe Czarnetzki


Samstag 23. April 2005

Information on new JSPS Programs
Kazunori Higuchi, JSPS Bonn Office

Comparative and International Education
Dr. Botho von Kopp, DIPF
Prof. Dr. Takekazu Ehara, Kyoto University
Convener: Prof. Dr. Walther Dreher

Legal Science
Prof. Dr. Gerhard Ries, Universität München
Dr. Mariko Igimi-Yasutake, University of Kyushu
Convener: Prof. Dr. Heinrich Menkhaus

Psychological Acoustics: Sound in Human Environment
Prof. Dr. Jürgen Hellbrück, Kath. Universität Eichstätt
Prof. Dr. Sonoko Kuwano, Osaka University
Convener: Prof. Dr. August Schick

Im geselligen Teil der Veranstaltung am Freitagabend war nach dem gemeinsamen Abendessen die Möglichkeit zum Tanz gegeben. Dieses für unsere Symposien ebenfalls neue Angebot wurde trotz einiger Skepsis im Vorfeld ausgiebig genutzt und war ein festlicher Rahmen für unseren Vereinsgeburtstag.
Auch in diesem Jahr war das Symposium gut besucht, insgesamt durften wir 260 Gäste in Bonn begrüßen.

Doch ein Wermutstropfen bleibt. Angesichts der Budgetkürzungen, die sich nun auch auf die Aktivitäten der JSPS auswirken, ist es fraglich, wie lange JSPS noch Veranstaltungen in dieser Größenordnung finanzieren kann.In den vergangenen zwei Jahren haben sich weitere JSPS-Clubs in Frankreich, Groß­britannien, Schweden gegründet und auch in den USA lassen sich starke Bemühungen erkennen, gleich mehrere regionale JSPS-Clubs ins Leben zu rufen. Unser Verein war die erste JSPS-Alumnivereinigung und wird von JSPS gerne als Vorbild präsentiert. Doch wir sind nicht mehr der einzige.

Recht deutlich wurde uns bei dem Bonner Symposium mitgeteilt, dass unser Verein mehr Mitglieder braucht, um auch weiterhin mit der gewohnten Unterstützung seitens der JSPS rechnen zu dürfen. In erster Linie bedeutet dies: weniger Unterstützung für Nicht-Mitglieder, und das ist vielleicht für den ein oder anderen JSPS-Stipendiaten auch eine Überlegung wert, unserem Verein beizutreten.
(Vorstand)

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