Pressemitteilung vom 18. April 2006

Zuerst der Patient: Neue Ansätze in der Krebstherapie

Japanische und deutsche Krebsforscher erörtern in Bremen neue Ansätze im Umgang mit den Ängsten der Patienten und damit verbundene ethische Fragen, Zusammenhänge zwischen Lebensweise und Erkrankung und eine neue Therapie: die Impfung gegen Krebs

Auf Einladung der Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) treffen sich am 21. und 22. April deutsche und japanische Wissenschaftler im Bremer Ringhotel Munte am Stadtwald zum Erfahrungsaustausch. Die international renommierten Teilnehmer des Symposiums Aktuelle Entwicklungen der Krebsforschung sprechen über Ursachen und Präventionsstrategien der Krebserkrankung. Im Mittelpunkt stehen auch soziologische und ethische Aspekte, die für Betroffene und deren Angehörige im Umgang mit der Erkrankung eine große Rolle spielen. Anlass ist das 11. JSPS-Stipendiaten-Treffen, das jährlich in wechselnden Städten stattfindet.

Sechs japanische und deutsche Krebsforscher werden in Bremen über die neuesten Entwicklungen rund um das Thema Krebs sprechen. Darunter Dr. Christian Steineck von der Universität Bonn, der sich mit der Frage beschäftigt, wie die Medizin mit Krebskranken und ihrer Angst umgehen und wer auf welche Art den Patienten die Diagnose nahe bringen soll. Steineck stellt die bioethische Diskussion in Japan vor und zieht Vergleiche zu Deutschland. Professor Dr. Ken Yamaguchi, Präsident des Shizuoka Cancer Center, berichtet, wie dort die Sorgen und Ängste von Krebspatienten erfragt und in einer Datenbank registriert werden. Ziel ist, in Zukunft auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten besser eingehen zu können und Methoden für eine optimale Versorgung zu entwickeln. PD Dr. Hajo Zeeb von der World Health Organisation (WHO) in Genf untersucht u. a. das Krebsrisiko von Migranten in Deutschland, das sich von dem der deutschen Bevölkerung unterscheidet.  Damit werden Zusammenhänge von Ernährung, Lebensgewohnheiten, Klima und genetischer Disposition deutlich. Professor Dr. Harald zur Hausen vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg untersucht den Zusammenhang zwischen Viren und Krebserkrankungen. Zur Hausens Forschung wurde damit zum Wegbereiter der Entwicklung eines Impfstoffes, der gegen Gebärmutterhalskrebs wirksam ist und voraussichtlich noch in diesem Jahr in den USA zugelassen wird.

Eine Aufstellung aller Redner und Themen sowie Hintergrundinformationen und Veranstaltungsprogramm finden Sie auf www.jsps-bonn.de. Achtung Redaktionen: Die Teilnehmer des Symposiums stehen Ihnen während der gesamten Veranstaltung für Interviews und Fotos zur Verfügung.

Zeit: Freitag, 21. April, 13.30–18 Uhr; Samstag, 22. April, 8:30–13 Uhr
Ort: Ringhotel Munte am Stadtwald, Parkallee 299, 28213 Bremen

Erwartet werden rund 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Neben dem wissenschaftlichen und kulturellen Austausch dient das Symposium der Intensivierung des deutsch-japanischen Netzwerks unter den Stipendiaten und der Verstärkung des wissenschaftlichen Miteinanders zwischen Deutschland und Japan. Die Eröffnungsworte sprechen der Gesandte der Botschaft von Japan, Akira Mizutani, der Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung, Dr. Georg Schütte, der Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Bremen, Dr. Wolfgang Haas, und der Präsident der JSPS, Professor Motoyuki Ono.

Interviewwünsche und Rückfragen richten Sie bitte an:
Sabine Ganter-Richter
JSPS Bonn Office
Tel.: 0228/375050
Während des Symposiums: 0160/6781235
E-mail

Die Japan Society for the Promotion of Science (JSPS)
Die Japan Society for the Promotion of Science wurde 1932 gegründet. Zu den Hauptaufgaben zählen neben der Drittmittelvergabe auch die Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Förderung der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit und des Austausches. Die Aktivitäten der JSPS werden aus Mitteln der japanischen Regierung finanziert. Jährlich ermöglicht JSPS weltweit etwa 4000 Wissenschaftlern Forschungsaufenthalte in Japan. Bisher kamen weit mehr als 1000 deutsche Wissenschaftler mit Unterstützung der JSPS zu Kurzzeit- aber auch ein- und mehrjährigen Forschungsaufenthalten nach Japan. JSPS ist mit zehn Auslandsbüros weltweit vertreten.

Die Deutsche Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V.
Ehemalige deutsche JSPS-Stipendiaten haben 1995 die Deutsche Gesellschaft der JSPS-Stipendiaten e.V. gegründet, das weltweit erste Netzwerk von Stipendiaten der JSPS. Der Verein zählt derzeit rund 150 Mitglieder aus allen Fachbereichen.